Ich denke, das es in der heutigen Zeit nicht mehr gang und gebe ist zu heiraten. Oftmals gibt es Familien welche Kinder besitzen und sich über dieses Thema keine Gedanken machen. Auch sieht man immer häufiger “Patchwork-Familien” entstehen, die mit dem Thema Hochzeit anders umgehen.
Es gibt aber auch die Personen (auch aus meinem Bekanntenkreis), welche aus steuerlichen Gründen heiraten. Ob dies dann etwas mit Romantik oder mit dem eigentlichen Versprechen sich ewig die Treue zu schwören, zu tun hat, bleibt dahingestellt.
Ich würde sagen, das bei mir der Entschluss zu heiraten keine spontane Entscheidung war. Es kamen immer wieder mal Gespräche diesbezgl. mit meinem guten Freund Olli auf, ob das nicht ein Thema für mich wäre. Um so mehr man sich damit beschäftigte, machte man sich ernsthafte Gedanken. Sicherlich ist es absolut wichtig, das man sich vorstellen kann, mit dieser Person bis an sein Lebensende die Zeit zu verbringen, andernfalls würde dies auch keinen Sinn machen.
Nun ja, irgendwann entschloss ich mich, Florentine darum zu bitten, mich zu heiraten. Trotz firmenseitigen Vorträge oder Besprechungen vor der ganzen Belegschaft, ist es ein derart emozionales Erlebnis das ich schiss “die Wadeln voll” hatte
. Ich hatte weniger Angst davor eine Absage zu erhalten, viel mehr die richtigen Worte zu fassen und den Moment perfekt gestalten zu lassen.
Kurzerhand erzählte ich Olli als erstes von meinem Vorhaben. Die Zeit werde ich nicht vergessen! Es ist als ob man sich neu verliebt, man lächelt, tausend Schmetterlinge im Bauch, und man schreitet mit anderen Augen durch die Welt. Zumindest war es bei mir so
Nachdem er meinen Entschluss “cool” fand, nahm ich einen halben Tag frei um mich nach einem Verlobungsring zu kümmern. Am selbigen Morgen hatte ich aus Florentines Schmuckkästchen einen Ring als Vorlage eingesteckt. Als erstes fuhr ich ins nahegelegene Bad Tölz, wobei ich hier zum einen nicht meinen Geschmack befriedigen konnte, noch die kurzfristigen Lieferzeiten versprochen wurden. Ich wollte meine Zukünftige ja nicht ein halbes Jahr später darum bitten
Weiter ging es dann nach München. Wenn ich in der Großstadt nichts finde, wo dann?… In einem größeren Münchner Einkaufszentrum fand ich dann einen Juwelier meines Geschmacks, der auch ansprechende Verlobungsringe in der Ausstellung bereitstellte. Dort fand ich ihn dann, schlicht gehalten, Gold, mit einem kleinen Stein, keine Ahnung ob das jetzt Brilliant oder was auch immer ist, kenn mich da nicht aus, fakt ist, er sah einfach für mich perfekt aus. Die Lieferzeiten sollten aber auch hier einige Wochen betragen, doch die Verkäuferin gab mir den Ring aus der Ausstellung mit, auch wenn dieser einen kleinen Tick zu Groß war. Im Moment wollte ich einfach mein Vorhaben vorantreiben.
Ich muss zugeben, es kostete selbst ein wenig Überwindung in den Juwelier zu schreiten und nach einem Verlobungsring zu fragen. Standen dort doch gut drei oder vier junge Verkäuferinnen hinter dem Tresen, die dann dem Spektakel mitverfolgen wollten… Und ja, ich bin beim Einkauf oftmals schwierig, wie die Damen auch feststellen mussten
Als ich das Kaufhaus verließ, war mein erster Gedanke meinen Bruder anzurufen, und ihm ebenfalls einzuweihen. Vor lauter Nervosität fuhr ich im Parkhaus die “Einbahnstraße” entgegengesetzt und statt zur Ausfahrt ein Stockwerk höher…. Christian riet mir dann am Telefon erstmal tief durchzuatmen und die Sache ruhig angehen zu lassen….